Zurück zur Startseite...
Bannerwerbung bei aquarienclub.de
 

X. Fishlight

September 2000

Inhaltsverzeichnis

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.
  • Corydoras metae (Meta Panzerwels) Beschreibung und Zuchtbericht
  • Eierlegende Zahnkarpfen (Killifische)
  • Die Haltung von Leopardgeckos im Terrarium
  • Wasserfloh-Zucht
  • Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer
  • Phyllonemus typus, ein maulbrütender Tanganjikawels
  • Kleinanzeigen

  • Neuigkeiten vom Aquarienclub Braunschweig e.V.

    Liebe Freunde des Aquarienclubs,

    im letzten Fishlight habe ich die Vereinsumbenennung erläutert. Wir haben dies getan, um sowohl neue Mitglieder als auch Sponsoren über die Grenzen von Dibbesdorf hinaus zu gewinnen. Wir waren erfolgreich! Der Verein ist weiter gewachsen und auch die Sponsoren unterstützen uns kräftig. Dies allein mit der Vereinsumbenennung zu erklären, wäre zu einfach. Wir haben das letzte dreiviertel Jahr unseren Mitgliedern und auch unseren Internet-Besuchern viel geboten. Wir haben sehr gute und auch gut besuchte Vorträge von namhaften Referenten gehört und werden sie auch in Zukunft noch präsentieren.

    Fishlight

    Unser Vereinsmagazin Fishlight erscheint nun schon in der zehnten Ausgabe. Manche von Ihnen werden sich evtl. noch an die erste Ausgabe vom September 1997 erinnern können. Das Heft war knallgelb, 20 Seiten stark und enthielt drei aquaristische Artikel. Jetzt, drei Jahre später, haben wir ein farbiges Vereinsheft mit 36 Seiten und sechs aquaristischen bzw. terraristischen Artikeln. Dies verdanken wir dem Engagement der Vereinsmitglieder, die sich mit Artikeln beteiligen, den Sponsoren, die uns finanziell unterstützen, und natürlich Ihnen als Leser, die uns immer wieder positive Rückmeldungen geben und teilweise schon auf die Zierfischbörsen kommen, nur um das neue Fishlight mit nach Hause zu nehmen.

    Internet

    Mit Stolz können wir inzwischen auf unsere Internet-Präsenz http://www.aquarienclub.de verweisen. Viele Vereine tun es uns inzwischen nach und bitten um Unterstützung. Dabei merken sie aber auch, dass ein solch umfangreiches Angebot, wie wir es bieten, viel Arbeit macht und nur von mehreren Mitgliedern gemeinsam geleistet werden kann. Bei uns kümmert sich Lawrence Kemnitz um das Zierfischlexikon und ich mich um alles andere. Natürlich benötigen wir für alles die Artikel und Berichte der Vereinsmitglieder und anderer befreundeter Aquarianer.

    Erfolg lässt sich auch in Zahlen darstellen. Dafür möchte ich nur den Monat Juli 2000 heranziehen (dieser Artikel entstand Anfang August 2000). Wir hatten in diesem Monat über 6.000 Besucher auf unserer Homepage, das sind im Schnitt 200 Besucher pro Tag. Dabei wurden die Online-Ausgaben des Fishlight über 1.400 mal und das Zierfischlexikon über 2.400 mal gelesen. Innerhalb einer Woche haben wir mehr Besucher auf unserer Homepage als zu einer Zierfischbörse kommen.

    Neben den genannten Angeboten bieten wir unter anderem folgende Themen und Informationen: Chronik, Kleinanzeigen, Kontaktpersonen, Links, Mitgliedschaft und Termine; außerdem Artikel, die bisher noch nicht im Fishlight erschienen bzw. nur für die Online-Version gedacht sind. Zwei beispielhafte Themen: Wasserchemie und Ozon.

    Natürlich kostet ein solch umfangreicher WWW-Auftritt auch Geld und daher möchte ich besonders unseren Internet-Sponsoren Ulmer Verlag, Welskeller und Prüsse für ihre Unterstützung danken. Wer auch als Sponsor auf unseren Seiten z.B. durch einen Banner vertreten sein möchte, findet entsprechende Informationen auf unserer Homepage.

    Auch als Nicht-Vereinsmitglied können Sie den Verein unterstützen. Bestellen Sie in Zukunft Ihre Bücher über den Aquarienclub Braunschweig bei unserem Partner amazon.de unter http://www.aquarienclub.de/literatur.html. Dabei zahlen Sie keine Versandkosten, nach unseren Erfahrungen erfolgt die Lieferung innerhalb weniger Tage und die Preise sind die günstigsten, die die Buchpreisbindung in Deutschland zuläßt. Ein gewisser Prozentsatz der Bestellung wird dann als Werbeprämie an den Verein ausgezahlt.

    Zukunft

    Neben den noch bevorstehenden Vorträgen dieses Jahres und der Zierfischbörse im Dezember planen wir natürlich schon für nächstes Jahr. Wir werden wieder namhafte Referenten und interessante Vorträge präsentieren.

    Außerdem laufen die Planungen für ???. Mehr wird hier nicht verraten. Entweder Sie kommen zu einem unserer Vereinsabende und werden Mitglied oder Sie müssen leider warten, bis ich Ihnen in einer der nächsten Fishlights mehr erzähle. Ich hoffe, wir sehen uns in unserem Vereinslokal Waggumer Weghaus am Flughafen Braunschweig an einem unserer Vereinsabende, die jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat stattfinden.

    Kai A. Quante (2. Vorsitzender)
    Tel./Fax: 05309 / 2024


    Corydoras metae (Meta Panzerwels)
    Beschreibung und Zuchtbericht

    Wenn ich an Panzerwelse denke, kommt mir auch wieder recht schnell Corydoras metae in den Sinn. Nicht nur, weil es der erste Panzerwels für mich war, den ich erfolgreich nachzüchten konnte, sondern weil er für mich immer noch einer der schönsten ist.

    Aber zunächst zu seinem Namen. Er bezieht sich auf sein Vorkommensgebiet, den Rio Meta in Kolumbien. C. metae gehört mit einer ausgewachsenen Größe von 5 cm zu den kleineren Corydoras-Arten und ist somit auch schon für kleinere Aquarien ab ca. 50 Litern gut geeignet.

    Corydoras sind gesellige Tiere, und man sollte sie daher in kleinen Trupps nicht unter 7 Exemplaren halten. C. metae fühlt sich in mittelhartem Wasser (ca. 10 dgH) um pH 7 und einer Temperatur von 25 bis 26 °C sehr wohl. Im Aquarium sollten stellenweise dichter Pflanzenwuchs sowie einige Versteckplätze in Form von Höhlen oder Wurzeln vorhanden sein. Besondere Bedeutung kommt dem Bodengrund zu. Er darf auf keinen Fall aus scharfkantigem oder grobem Kies bestehen, da Panzerwelse ihre Nahrung durch Gründeln am Boden aufnehmen und so ihre empfindlichen Barteln verlieren können. Als ideal erweist sich hier feinkörniger Aquarienkies.

    Eine Vergesellschaftung mit anderen Corydoras-Arten ist gut möglich. Hierbei sollten bei Vermehrungsabsichten jedoch vom Aussehen sehr unterschiedliche Arten vergesellschaftet werden, da es sonst sehr schnell zu ungewollten Vermischungen der Arten kommen kann, die aufgrund der Erhaltung der verschiedenen Arten unbedingt vermieden werden sollte. Ansonsten können Corydoras mit allen friedlichen Fischen vergesellschaftet werden, die sich ebenfalls bei den oben genannten Wasserqualitäten wohl fühlen.

    Um Corydoras metae zu vermehren, müssen sie nicht unbedingt aus dem Gesellschaftsaquarium entfernt werden. Man sollte dann nur schnell die abgelegten Eier, die überall im Becken angeheftet werden (an Pflanzen, Wurzeln und sonstigen Einrichtungsgegenständen, auch an den Aquarienscheiben), entfernen, um sie vor dem Verzehr der anderen Beckeninsassen zu retten. Das Entfernen geschieht einfach, indem man die Eier mit Daumen und Zeigefinger abnimmt. Hartnäckig klebende Eier können zunächst unter leichtem Druck auf das Ei am Substrat gerollt werden. Meistens kleben sie dann auch schon am Finger und können so entnommen werden. Wie beschrieben, kann man diese kleinen Burschen so auch im Gesellschaftsaquarium vermehren. Ich habe es allerdings vorgezogen, die Corydoras metae zur Zucht in ein 60 Liter Aquarium mit den oben genannten Versteckmöglichkeiten zu überführen. So besteht die Möglichkeit, die Ablaichbereitschaft gezielter zu fördern.

    Gute Erfahrungen machte ich mit regelmäßigem Wasserwechsel von etwa einem Drittel des Beckeninhalts mit temperiertem Wasser etwas unterhalb der Temperatur des Beckenwassers und unter Zugabe von Wasseraufbereiter. Regelmäßig bedeutet in diesem Fall alle drei Tage.

    Meine Zuchtgruppe bestand aus vier männlichen und sechs weiblichen Tieren. Die Geschlechtsunterscheidung ist bei ausgewachsenen Tieren anhand der Größe recht deutlich. Männliche Tiere sind wesentlich kleiner und haben einen schmaleren Körper als die weiblichen Tiere. Das Ansetzen ist bei Corydoras metae ganzjährig möglich, da er zu den Dauerlaichern zählt. Die Zahl der Eiablage pro Weibchen wird in der Literatur mit ca. 30 angegeben.

    Corydoras lieben frisches Wasser, sie kommen ja auch aus zum Teil schnell fließenden Flüssen. Aufgrund dieser Tatsache installierte ich zusätzlich zum Außenfilter einen kleinen Innenfilter, um etwas "Bewegung" in das Becken zu bringen. Als letztes ablaichförderndes Mittel wurde von mir überwiegend Lebend- bzw. Frostfutter gereicht. Besonders die eigentlich nicht so empfehlenswerten, weil oftmals schadstoffbelasteten roten Mückenlarven eignen sich besonders gut zur Förderung des Laichansatzes. Man sollte jedoch auch hier nur soviel füttern, wie auch gefressen wird, da liegengebliebenes Futter das Wasser belastet und der Besatz von Ancistrus dolichopterus (Blauer Antennenwels) als "Beckenreiniger" nach meinen Erfahrungen nicht empfehlenswert ist. Ihn hatte ich immer in Verdacht, dass auch er sich an den Corydoraseiern zu schaffen machte.

    Bei täglicher Sichtkontrolle des Beckens werden einem dann bald die ersten glasigen Eier an Pflanzen, Beckenscheiben oder an anderen Einrichtungsgegenständen auffallen. Diese habe ich wie oben beschrieben herausgenommen und in Gefrierbehälter mit einem Fassungsvermögen von einem Liter, die mit dem Beckenwasser befüllt wurden, überführt. Um nun die benötigte Wassertemperatur in den Gefrierbehältern zu halten, stellte ich sie in ein weiteres Aquarium (hier genügt ein 20-30 Liter Becken), das nur zu einem Drittel der Höhe der hineingestellten Gefrierbehälter mit Wasser gefüllt war. Ein Heizstab hielt das Wasserbad auf 26° C. Ein Drittel des Wassers in den Gefrierbehältern sollte nun mindestens zweimal täglich mit frischem temperierten Wasser gewechselt werden. Hierzu eignet sich sehr gut ein Luftschlauch. Beim Wechseln des Wassers können gleichzeitig verpilzte Eier sowie Eihüllen der nach etwa 2-3 Tagen geschlüpften Tiere entfernt werden. Nach ca. 3-5 Tagen haben die Jungtiere dann ihren Dottersack verbraucht und können mit frisch geschlüpften Artemia Nauplien gefüttert werden. Ebenso kann fein zerriebenes Flockenfutter zugefüttert werden. Futterreste sollten täglich beim Wasserwechsel herausgesaugt werden.

    Nachdem die Tiere so etwa zwei Wochen gehalten wurden, wurden sie in ein nicht eingerichtetes 30 Liter Becken (ohne Bodengrund und Einrichtungsgegenstände) eingesetzt, welches mit einem luftbetriebenen Eckfilter und einem Heizstab ausgestattet wurde. Auch hier habe ich täglich etwa ein Viertel bis ein Drittel des Wassers ausgetauscht und dabei die Futterreste entfernt. Da sich keine Ancistrus im Becken befanden, habe ich zusätzlich die Bodenscheibe mit einem Borstenpinsel vom sich bildenden Bakterienrasen befreit. In dieser Wachstumsphase sollte man auch mit der Auslese der Tiere beginnen, d.h. verkrüppelte oder missgebildete Tiere selektieren.

    In diesem Becken können die Tiere verbleiben, bis sie ca. 1,5 cm groß sind. Ab dieser Größe können sie in das eingerichtete 60 Liter Becken eingesetzt werden, welches man als Ablaichbecken benutzt hat und großgezogen werden. Nach ca. vier bis sechs Monaten werden die Tiere ausgefärbt etwa 2,5-3 cm groß sein. Was macht man nun mit einer so großen Anzahl von Jungtieren? Nun ja, ich hatte keine Schwierigkeiten, sie an Liebhaber auf Zierfischbörsen oder an den Zoofachhandel abzugeben. Hobbyzüchter von gesunden Corydoras haben selten Absatzschwierigkeiten.

    Also dann, viel Glück bei der Zucht!

    Ralf Maletz

    Eierlegende Zahnkarpfen (Killifische)

    Killifische sind außer in Australien, in den Tropen, Subtropen sowie teilweise auch in den gemäßigten Breiten weltweit verbreitet. So extrem unterschiedlich wie Ihre Heimatbiotope, so extrem unterschiedlich sind auch die Hälterungsbedingungen und damit die Zuchtmethoden der Killifische. So finden wir in Afrika (Aphyosemion, Epiplatys), Südamerika (Rivulus) und in Asien (Aplocheilus) Killis in ständig wasserführenden Bächen, kleinen Flüssen oder Tümpeln. Bevorzugt wird in Pflanzen oder Wurzelgeflecht abgelaicht. Sollte geeignetes Substrat nicht vorhanden sein, dient der mehr oder weniger schlammige Bodengrund als Ablaichplatz. Die Eier entwickeln sich innerhalb von 10- 25 Tagen im Wasser. Vertreter dieser Arten können, bei entsprechender Hälterung, im Aquarium 2 - 4 Jahre alt werden. Eine andere große Gruppe (Saisonfische / anuelle Arten) der Killifische, ist beheimatet in Afrika (Nothobranchius) und Südamerika (Rachovia, Cynolebias), in Gebieten, die bedingt durch Regen- und Trockenzeit periodisch austrocknen. Das Überleben dieser Arten wird durch Eier gewährleistet, die vorher teilweise recht tief im schlammigen Bodengrund abgelegt wurden. Bei neu einsetzendem Regen wird der Bodengrund aufgeweicht, und die Jungfische können schlüpfen. In der Natur werden diese Arten meistens nur etwa 6 Monate alt, dafür sind die Jungfische schon nach 4 - 6 Wochen fortpflanzungsfähig. Im Aquarim können die Tiere bei entsprechender Hälterung bis zu 1 Jahr alt werden, einige sogar noch etwas älter. Wenn wir Vertreter dieser Arten nachzüchten wollen, sind wir gezwungen, die Eier trockenzulegen (Diapause). Die Trockenlegung ist von Art zu Art unterschiedlich, kann von 4 Wochen bis zu 9 Monaten dauern, und hängt auch von den Lagertemperaturen der Eier ab. Es lohnt sich oft auch ein zweites und auch drittes Mal das Substrat aufzugießen, da sogenannte Dauereier das Überleben der Art sichern, wenn mal eine Regenzeit ausbleibt oder nach kurzem Regen alles wieder austrocknet.

    Eine besondere Gruppe der Killis sind die in Ost- und Westafrika vorkommenden Leuchtaugenfische (Aplocheilichthys, Procatopus, Plataplochilus), die teilweise wie Salmler ein Schwarmverhalten haben. Sie leben hauptsächlich in Fließgewässern und benutzen zum Laichen vorwiegend enge Spalten. Der bekannteste Vertreter dieser Gruppe, ist Lamprichthys tanganicanus, der im Tanganjikasee beheimatet ist. Die "Wüstenfische" (Cyprinodon) bevölkern den karibischen Raum, das Gebiet vom nördlichen, mexikanischen Hochland bis zum Rio Pecos in den USA sowie den Südwesten der USA, wobei dort die "echten Wüstenfische" vorkommen. Die meisten Arten sind vom Aussterben bedroht, weshalb es auch nicht zu empfehlen ist, in den USA mit einem Kescher in der Hand die Fundorte aufzusuchen. Die Küstennahen Vertreter leben teilweise im Brackwasser, was bei der Aquarienhaltung zu beachten ist.

    Die Cyprinodon-Arten sind eigentlich für die Aquarienhaltung nicht zu empfehlen, da sie untereinander oft sehr aggressiv sind und sehr viel Sachkenntnis erfordern, um sie erfolgreich zu pflegen.

    Das Verbreitungsgebiet der nächsten sehr interessanten Gruppe (Aphanius) unter den Killis reicht von Spanien bis zum Iran, wobei die Kontinente Europa, Asien und Afrika berührt werden. Einige Arten kommen im Meer und im Brackwasser vor, der überwiegende Teil aber in Binnengewässern, wie z.B. kleinen Seen oder Bächen. Diese Arten sind besonders für unbeheizte Zimmer- oder Kelleraquarien geeignet, da sie teilweise Temperaturen von 4°C - 30°C tolerieren. Einige Arten können wir sogar erfolgreich im Gartenteich halten, wenn dieser tief genug ist. Was alle gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass wir die Tiere sehr gut in hartem Süßwasser halten können. Es gibt natürlich noch viele nicht erwähnte, interessante "Außenseiter", wie z.B. Jordanella floridae aus den Sümpfen von Florida. Sie sind sehr gute Algenvertilger und besonders außergewöhnlich ist, daß die Männchen sogar eine Art von Brutpflege betreiben. Allgemein kann über Killifische gesagt werden, dass ihr "Leben" aus Fressen und Vermehren besteht. In der Natur fressen sie hauptsächlich Anflugnahrung, Insektenlarven sowie Jungfische der gleichen oder anderer Arten. In der Natur gibt es aber auch immer wieder längere Durststrecken, in denen es kein Nahrungsangebot gibt. Im Aquarium können wir die Tiere natürlich mit Lebendfutter glücklich machen, aber auch mit qualitativ hochwertigem Frost- und Trockenfutter. Einige Arten (z.B. Aphyosemion australe, Aplocheilus lineatus, Epiplatys dageti, Nothobranchiud rachovi) eignen sich für eine Hälterung im Gemeinschaftsbecken, wobei eine Hälterung im Artaquarium immer interessanter ist. Da die kleinsten Vertreter nur ca. 3,5 cm groß werden, eignen sich schon Aquarien ab 10 Liter, obwohl größere Aquarien immer vorzuziehen sind. Die größeren Vertreter, die bis zu 20 cm erreichen, brauchen auch entsprechend Platz. In einem 50-Liter-Aquarium können wir z.B. von Aphyosemion sojestedti "blau" (15-18 cm) nur ein Männchen halten, da es sonst zu unliebsamen Raufereien kommen würde. Was auf alle Fälle noch beachtet werden muss, ist, dass zu warme Temperaturen Killifische nicht lange erfreuen. Aphyosemion joergenscheeli fühlt sich zum Beispiel bei 16 - 20 °C am wohlsten, hingegen wird er bei über 22°C nicht lange überleben. Die empfindlichsten, wärmeliebenden Arten sterben erst bei Temperaturen unter 15°C. Dies macht eigentlich deutlich, daß Killifische nicht permanent warm gehalten werden sollten, sondern ein langsamer Wechsel von Temperaturen auch wichtig für eine lange Lebenserwartung ist.

    http://www.aquarienclub.de/lexikon

    Steffen Haustein

    Die Haltung von Leopardgeckos im Terrarium

    Leopardgeckos

    Diese Überschrift mag den Leser ein wenig verwundern. Was hat ein Artikel über Leopardgeckos in einer Fishlight-Ausgabe zu suchen?

    Eigentlich bin ich seit sieben Jahren begeisterte Aquarianerin und nunmehr Pflegerin einer Wildfangtruppe Tropheus moorii "Mpulungu". An einem der geselligen Treffen des Aquarienclubs Braunschweig e.V. erwähnte ich am Rande, dass ich mich auch für den Bereich der Terraristik interessiere und angefangen habe, Leopardgeckos zu halten. Da Aquarianer offene und flexible Menschen sind, werde ich seither gebeten, meine Erfahrungen auf diesem Gebiet doch mal für Interessierte in einem Artikel zu verfassen und zu veröffentlichen. Da haben wir also die Antwort auf die eingangs gestellte Frage und hier ist der gewünschte Artikel.

    Zur Terraristik bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, unbeabsichtigt und rein zufällig. Ich wurde letztes Jahr zu einem Bekannten eingeladen, der u.a. Meerwasseraquaristik betreibt und mir bei einer Tasse Kaffee seine Aquarien zeigen wollte. Beim erstmaligen Betreten seines Wohnzimmers verschlug es mir glatt die Sprache. Neben zwei Meerwasseraquarien, einem Süßwasseraquarium und einem Paludarium fand ich eine dreistöckige Anbauwand mit Terrarien vor, in denen die verschiedensten Reptilien wie Schlangen, Agamen und Chamäleons gehalten wurden. Der Wohnzimmertisch war ebenfalls ein Terrarium mit einer daraufgelegten Tischplatte, in dem sich Leopardgeckos befanden. An diesem Nachmittag wurde mein Interesse geweckt. Nachdem mir ein Leopardgecko auf die Hand gegeben wurde, stand für mich fest: Dies ist der Beginn...!

    So fing ich an, mich mit der Haltung von Leopardgeckos zu beschäftigen. Mein Bekannter musste mir alles, was er über diese Tiere wusste, berichten. Ich begann Literatur zu kaufen und zu wälzen und meinen Freund zu bedrängen, mir eine "Wohnung" für die Geckos zu bauen.

    Zunächst wurde die abgeguckte Idee, ein Terrarium mit einem Wohnzimmertisch zu kombinieren, in die Tat umgesetzt. Unseren Vorstellungen entsprechend haben wir ein Terrarium mit den Maßen (BxHxT) 100 cm x 50 cm x 60 cm in Auftrag gegeben und anfertigen lassen. Da dies allein noch keinen Wohnzimmertisch ergibt, klapperten wir parallel dazu Braunschweigs Baumärkte ab und kauften das Holz (in diesem Fall Buche), das wir für den Sockel und die Tischplatte benötigten. Näheres zur Anfertigung und Technik kann auf unserer Homepage im Internet abgefragt werden:

    http://www.aquarienclub.de/leopardgecko

    Als Bodensubstrat wählten wir eine ca. fünf cm hohe feinkörnige Quarzsandschicht. Sand entspricht am ehesten der Bodenbeschaffenheit des natürlichen Lebensraumes der Leopardgeckos und bietet einige Vorteile. Er ist leicht beschaff- und ersetzbar, sehr kostengünstig, relativ saugfähig, in den meisten Fällen ungefährlich, und vor allem sieht er natürlich aus.

    Geckos benötigen wie die meisten Reptilien auch ein gewisses Maß an Privatsphäre, d.h. einen Versteckplatz, der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Fehlt diese wichtige Komponente in einem Terrarium, steht das Tier unter Dauerstress, kann nicht schlafen oder sich auch nur entspannen und ist dem sicheren Tod geweiht. Die Beschaffenheit der Verstecke spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Es sind stattdessen zwei Faktoren, die den Unterschied machen, räumliche Enge und ein angenehmes Klima. Wenn er die Wahl hat, wird sich der Gecko einen Platz aussuchen, in dem es im Vergleich zu den Umgebungstemperaturen relativ kühl, etwas feucht und vor allem dunkel ist und wo er mit dem Rücken und den Seiten des Körpers Kontakt zum Versteck hat. Durch die geringeren Temperaturen verlangsamt sich sein Stoffwechsel, er kann sich entspannen und ruhig schlafen, während der ständige Kontakt zu einem unbelebten, festen Medium die nötige Sicherheit vermittelt. Als Versteckmöglichkeiten haben wir kleine Schieferhöhlen gebaut. Den Schiefer haben wir im Harz gesammelt und mit Hilfe von Aquariensilikon zu kleinen Höhlen verklebt. So kann die Konstruktion nicht zusammenbrechen und unabsichtlich einen Gecko verletzen. Außerdem sind sie bei Reinigungsbedarf des Terrariums leicht zu entnehmen und wieder einzusetzen. Als Klettermöglichkeiten und zur Dekoration wurden ausgediente, ehemals im Aquarium verwendete, Moorkienwurzeln benutzt. Als letztes werden in Thermometer und ein kleiner, flacher Trinknapf eingebracht und fertig war die "Wohnung", nämlich ein Wüstenterrarium. Nun konnte es losgehen. Ende September 1999 erwarben wir bei dem besagten Bekannten vier nachgezogene, prachtvolle Exemplare (zunächst vermeintlich ein männliches Tier und drei weibliche Tiere) im Alter von drei Monaten.

    Was sind denn nun eigentlich Geckos bzw. Leopardgeckos?

    Etwa die Hälfte aller derzeit auf der Erde vorkommenden Reptilienarten sind Echsen. Sie sind nahezu weltweit vertreten und besiedeln die unterschiedlichsten Biotope; von trockenen, heißen Wüsten bis zu den feuchtwarmen Regenwäldern. Geckos sind eine evolutionsgeschichtlich sehr erfolgreiche, und daher große, d.h. formenreiche Familie von mehrheitlich nachtaktiven, vierfüßigen Echsen. Die Familie der Echsen wird wissenschaftlich als Gekkonidae bezeichnet, die wiederum in mehrere Unterfamilien aufgeteilt ist. Der Leopardgecko gehört zur Unterfamilie Eublepharinae (Unterfamilie der Lidgeckos) und wird wissenschaftlich unter dem Namen Eublepharis macularius geführt.

    Übersetzt bedeutet der Name ungefähr "Lidgecko gefleckt", was die äußere Erscheinung betrifft, ist die bekanntere Bezeichnung "Leopardgecko" recht treffend. Auf dem Rücken befinden sich zahlreiche schwarzbraune Tupfen und Flecken auf gelblichem Grund. Der Schwanz ist rundlich und deutlich segmentiert. Auf der Unterseite der Zehenenden besitzt die Art kräftige Krallen.

    Spezifisches Merkmal dieser Geckoart sind die beweglichen Augenlider (deshalb Lidgeckos). Die Bauchunterseite ist stets weiß. Bei trächtigen Weibchen kann man die Eier durchschimmern sehen. Männchen sind massiger gebaut und haben einen größeren Kopf. Sie können eine Körpergröße inklusive Schwanz von 25 cm erreichen.

    Leopardgeckos bewohnen ein breites Gebiet im mittleren Asien. Der Lebensraum erstreckt sich vom Iran, Afghanistan und Pakistan bis nach Indien. Die Biotope wirken meistens wüsten- oder steppenartig, sind jedoch keinesfalls mit wirklich trockenen Sandwüsten identisch, was bei der richtigen Pflege im Terrarium ein zu beachtender, extrem wichtiger Faktor ist.

    Leopardgeckos benötigen Temperaturen von tagsüber 28-32°C, nachts 20-22°C. Im Terrarium werden diese Temperaturen mit Hilfe von Licht (Leuchtstoffröhre, Punktstrahler) und einem Heizkabel erzeugt. Obwohl der Leopardgecko nachtaktiv ist, benötigt er Licht, denn der Wechsel von Hell und Dunkel bestimmt bei allen höheren Lebewesen den Rhythmus von Aktivität und Ruhe. Entfällt er, kommt es zwangsläufig zu veränderten Rhythmen sowie zu Unbehaglichkeit, also zu Stress.

    Licht ist gleichbedeutend mit Wärme, wobei ich hier zum nächsten Punkt komme. Reptilien sind poikilotherme, d.h. wechselwarme Tiere, die die in ihrer Nahrung enthaltene Energie nicht für die Erzeugung von Körperwärme "verschwenden", sondern dazu die Wärme des in ihrem Lebensraum reichlich vorhandenen Sonnenlichts nutzen. Um diese beiden lebensnotwendigen Faktoren, Licht und Wärme, im Terrarium zu berücksichtigen, wird es tagsüber in den Sommermonaten ca. 12-14 Stunden beleuchtet und je nach Umgebungs- bzw. Zimmertemperatur wird das Heizkabel zu- oder abgeschaltet. Der dritte Klimafaktor im Leopardgecko-Terrarium ist die Feuchtigkeit. Hier muss man zwischen Umgebungsfeuchtigkeit und relativer Luftfeuchtigkeit unterscheiden.

    Obwohl Leopardgeckos in wüstenhaft erscheinenden Lebensräumen zuhause sind existiert nur einige Zentimeter unter der heißen Oberfläche des Sandes eine erstaunliche Feuchtigkeit. Auch in ihren natürlichen Verstecken unter Felsen oder Erdbauten herrscht eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit, welcher sie während des Tages ausgesetzt sind. Die Feuchtigkeit hat Auswirkungen auf den Feuchtigkeitshaushalt des Tieres und zeigt ihren Einfluss besonders bei Häutungen. Die Haut der meisten Geckos ist zart und in der Lage, dem Körper Wasser zuzuführen, ohne dass dazu ein Trinken notwendig wäre. Um diese Haltungsbedingungen zu erfüllen, besprühe ich "das Terrarium" ca. 2-3 mal die Woche mit Hilfe eines Pflanzensprühers, um den Feuchtigkeitsverlust durch Verdunstung zu kompensieren.

    Es versteht sich von selbst, dass hierbei unter "Feuchthalten" nicht ein "Unterwassersetzen" des gesamten Behälters gemeint ist. Trotzdem bleibt es unerlässlich, den Trinknapf täglich neu mit Frischwasser zu füllen. Allein mit Einhaltung dieser Grundvoraussetzungen kann ein Leopardgecko in einem Terrarium natürlich nicht überleben.

    Wie jedes andere Lebewesen auch benötigt er Futter. Mit dem Leopardgecko hat man sich einen der willigsten Fresser unter den Terrarientieren zugelegt, d.h. es ist für den Pfleger relativ leicht, die Futterbedürfnisse eines solchen Geckos zu befriedigen, denn man braucht sich nicht mit der Beschaffung von ausgefallenem Futter zu belasten. Als Futter können Grillen, Heimchen, Raupen der Wachsmotte, Heuschrecken und argentinische Schaben angeboten werden, dies natürlich in lebender Form. Das Futter kann in jedem guten Zoofachhandel käuflich erworben werden. Wir haben uns aus Kostengründen eine Futtertierzucht von Zweifleck- und Steppengrillen separat im Keller angelegt.

    Benötigte Mineralien und Vitamine (ebenfalls im Fachhandel erhältlich) werden in Pulverform vor der Fütterung über die Futtertiere gestäubt und so vom Gecko mit aufgenommen. Abhängig vom Alter der Geckos haben wir sie anfänglich, die ersten drei Monate, nachdem sie in unserem Besitz waren, täglich mit vier entsprechend ihrer Größe angemessenen Grillen (pro Gecko) gefüttert. Jetzt, im halbwüchsigen Alter von einem Jahr, bekommen sie ca. dreimal wöchentlich vier Grillen pro Kopf. Wenn die Geckos mit ca. zwei Jahren erwachsen sind, erhalten sie künftig zweimal wöchentlich vier große Futtertiere pro Kopf, um eine Verfettung zu vermeiden. Da Leopardgeckos nachtaktiv sind, ist naturgemäß die beste Zeit zum Füttern der frühe Abend.

    Folgende regelmäßig durchzuführenden Pflegetätigkeiten fallen an:

    Damit ein Leopardgecko seine normale Lebenserwartung erreichen kann (ein gut gepflegter Gecko kann bis zu 25 Jahren alt werden!), benötigt er unbedingt eine Winterruhe. Auch auf sein Fortpflanzungsverhalten hat dies einen Einfluss. Anfang November beginnt man, die tägliche Beleuchtungsdauer zu verkürzen und die Temperatur täglich um einige Grade zu senken, so dass man Anfang Dezember bei etwa 12-15° C und ungefähr 6 Stunden Licht angelangt ist.

    Es wird kein Futter mehr geboten, aber weiterhin täglich frisches Trinkwasser. Bis Ende Februar behält man diesen Zustand bei, bevor man die Zustände langsam wieder umkehrt. Die Zeit der Inaktivität während der Wintermonate hat große Auswirkungen auf den Gecko.

    Sein Stoffwechsel wird auf das absolute Minimum herabgesetzt, und der Hormonhaushalt wird verändert. Auch wenn es für uns schwer vorstellbar ist, über so einen langen Zeitraum nichts zu essen und inaktiv zu sein, den winterschlafenden Geckos bekommt dies ausgezeichnet und gehört zu ihrer natürlichen Lebensart.

    Um Rivalitäten und Aggressionen zu vermeiden, wird immer nur ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen gehalten. Wie ich eingangs erwähnte, hatte ich vier Tiere erworben, die aufgrund des Alters von drei Monaten noch keine gesicherte Geschlechtsbestimmung zuließen. Mit zunehmendem Alter stellte sich heraus, dass ich zwei Männchen und zwei Weibchen erhalten hatte. Aus den genannten Gründen tauschte ich ein Männchen problemlos gegen ein Weibchen um und bin mit meinen "Jungs" nun rundum zufrieden.

    Inzwischen hat sich auch das erste mal Nachwuchs eingestellt und zur Zeit bin ich damit beschäftigt, vier Jungtiere großzuziehen, wobei das Thema Zucht ein gesondertes ist.

    Geckos sind keine Haustiere im herkömmlichen Sinne. Man nimmt sie nicht ständig in die Hand und spielt auch nicht mit ihnen. Obwohl die meisten Reptilien überwiegende Landbewohner sind, sollte man sie eher so behandeln wie Aquarienfische und in Ruhe lassen. Dann hat man stressfreie, gesunde Tiere, an denen man viele Jahre Freude haben kann.

    Christiane Kienitz


    Wasserfloh-Zucht

    Ein 50-l-Becken war von einer Beckenaufgabe übrig. Dies wurde in den Garten gestellt, halbschattig. Volle Sonne wäre wegen der Algenbildung besser. Gefüllt wurde es mit Teichwasser, damit "lebendes" Wasser darin war. Wenn jemand keinen Teich hat, zwei Tage abstehen lassen. Dann eine gekaufte Portion Flöhe samt Wasser hineingeben. Gefüttert wird mit Bäckerhefe. Ein Würfel reicht ca. einen Monat. Für diese Wassermenge etwa zwei bis drei kirschkerngroße Stücke in Wasser auflösen, gegebenenfalls mit einem Pinsel feinrühren. Fütterung alle zwei bis drei Tage reicht. Oben legt man einen Rahmen mit Fliesengaze auf. Wenn man dies nicht tut, wimmelt es bald von Stechmückenlarven. Diese sind zwar auch ein gutes Futter, aber die Mücken???

    Zur Entnahme ein gröberes Netz nehmen, damit nur die großen Wasserflöhe entnommen werden und die Jungtiere im Becken bleiben. Aber genug Große darin lassen, damit sie sich vermehren können. Etwa zweimal die Woche hat man praktisch kostenlos Lebendfutter, ohne erst mehr oder weniger weit zum Zoohändler fahren zu müssen. Bisher (ab April 2000) funktioniert das System gut. Im Winter werde ich das Becken in die frostfreie Garage stellen. Mal sehen, ob auch dort die Vermehrung weitergeht. Soweit zu beobachten war, fressen alle Fische gierig. Keine großen Mengen, damit keine Abgestorbenen im Bodengrund versinken.

    Später wird man in der Wasserflohzucht Wasserwechsel machen müssen und eventuell über Durchlüfterstein und 10-Watt-Heizstab nachdenken müssen.

    L. Schöfert, MFH Wolfsburg


    Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer (AGW)

    Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer

    Im Februar 1998 wurde die Arbeitsgemeinschaft Wirbellose Tiere der Binnengewässer (AGW) von einer Handvoll "Wirbellosen Verrückter" gegründet, die sich aus dem Internet per News und Mail kannten. Unser Anliegen ist der Austausch von Informationen über Haltung und Zucht, Bezugsquellen, Verbreitung von Nachzuchttieren, und der Schutz aller Arten von Krebsen, Garnelen, Wasserinsekten, Würmer, Schnecken, Muscheln, Einzeller und was sonst in Binnengewässern kreucht und fleucht.

    Aquarianer, Zoologen und alle, die sich mit wirbellosen Tieren der Binnengewässer befassen, sind gleichermaßen eingeladen, sich der Arbeitsgemeinschaft anzuschließen. Der Kontakt wird via E-Mail über eine automatische Verteilerliste mit derzeit über 180 Teilnehmern gehalten. Der Bogen der Diskussionen spannt sich von Haltungsfragen bis zu wissenschaftlichen Aspekten. Zusätzlich gibt es Regionalgruppen (derzeit Hannover, Karlsruhe, Stuttgart), die sich mehrmals im Jahr treffen.

    Die AGW ist im wesentlichen eine Interessengemeinschaft im Internet. Dabei wird auf der Homepage unter http://www.wirbellose.de für Mitglieder und Besucher kostenlos einiges geboten. Neben der genannten Verteilerliste stellen sich ca. 80 Halter von Wirbellosen als Ansprechpartner vor und bieten in Kleinanzeigen ihre Nachzuchten an. An die 100 Arten werden bereits mit Bildern und Texten in der Wirbellosen-Datenbank beschrieben und ca. 100 Links verweisen auf andere interessante Internet-Seiten rund um das Thema Wirbellose aus Flüssen und Seen (Stand Ende Juli 2000).

    Es gibt keine Formalien, Mitgliedsanträge oder Vereinsbeiträge. Alle Angebote sind kostenlos und unverbindlich.

    Die Mitgliedschaft in der AGW bedeutet:

    Weitere Informationen gibt es unter http://www.wirbellose.de oder bei mir.

    Kai A. Quante
    Tel./Fax: 05309 / 2024



     

    Phyllonemus typus,
    ein maulbrütender Tanganjikawels

    Maulbrütender Tanganjikawelse (Phyllonemus typus)
     

    Durch einen Freund erfuhr ich, dass ein uns bekannter Großhändler maulbrütende Tanganjikawelse importiert hatte. Da ich nie zuvor über diesen Wels gelesen hatte, mich jedoch aufgrund meiner Neugier die Sache interessierte, bat ich ihn, mir so viele wie möglich mitzubringen. Leider teilte er mir mit, dass nur zwei große und zwei kleine Tiere vorhanden seien, die ich, ohne sie gesehen zu haben, sofort aufgrund der Beschreibung orderte. Als ich die Welse erhielt, fielen mir bei diesen ca. 10-12 cm grossen, dunkelbraunen, am Bauch jedoch weißlich gezeichneten Welsen sofort zwei überaus lange Barteln auf. Diese besaßen an den Enden kleine Fähnchen.

    Da ich zwei Synodontis-Arten pflegte, eine davon aktiv vermehrte, war das für mich ein ganz anderer, neuer Ansatz. Ich setzte die Welse separat, musste jedoch bei einem der kleineren Tiere eine kraterartige Vertiefung am Kopf feststellen. Ich entschloss mich, alle Tiere zu behandeln, konnte jedoch leider dieses Tier nicht mehr retten, es verendete nach einer Woche. Aufgrund der grossen Genitalpapille schien es sich bei dem gestorbenen Tier um ein Weibchen zu handeln. Äußerlich waren die Tiere noch nicht zu unterscheiden, aber wegen der unterschiedlichen Grösse nahm ich an, dass die Weibchen kleiner bleiben.

    Ich fütterte Frostfutter, rote sowie weiße Mückenlarven, Cyclops und Artemien, auf die sich die sonst sehr scheuen Welse gierig stürzten. Ich hatte den drei noch übrig gebliebenen mehrere mit runden Löchern versehene Blumentöpfe mit einem Durchmesser von ca. 10-12 cm zum Unterschlupf zur Verfügung gestellt. In diesen hielten sie sich auch meist auf. Nach ca. 3 Monaten begannen sich zwei Welse immer öfter um einen Blumentopf zu streiten, der dritte, ein etwas kleiner gebliebenes Exemplar, kümmerte sich überhaupt nicht um die Rangeleien. Es schien sich um zwei Männchen und ein Weibchen zu handeln. Ich wollte es nun genau wissen und fing die Welse heraus, um ein Paar einzeln zur Zucht anzusetzen. Mein Verdacht bestätigte sich, nachdem ich die Geschlechtsöffnungen betrachtet hatte.

    Ähnlich wie bei Malawi- oder Tanganjikasee-Cichliden hat das Weibchen eine deutlich grössere Geschlechtsöffnung, was vermuten ließ, dass es sehr grosse Eier ablegen muss. Was mir noch auffiel war das extreme Schleimen dieser Welse, was ich bei keinem anderen Wels zuvor so extrem bemerkt hatte. Das Paar selektiert und in das Aquarium zurückgesetzt (1,00 x 0,50 x 0,50) gingen einige Tage ins Land bis ich die beiden in einem Blumentopf sah. Anscheinend war meine Wahl richtig, was sich nach 6 Wochen, einen Tag vor Ostern 99, bestätigte. Das Weibchen hatte das Maul voll. Nun beobachtete ich die beiden noch genauer. Sehr interessant war die Fütterung. Sobald rote Mückenlarven im Wasser waren, stellte ich eine extreme Nervosität bei beiden Tieren fest, am 5. Tag nach Eiablage schwamm das Weibchen an eine hintere Stelle im Blumentopf, die ich natürlich nicht einsehen konnte, und kam ohne gefüllten Kehlsack aus dem Topf. Was war passiert? Hatte sie die Eier in irgendeiner Ecke abgelegt? Nein, das Männchen, welches auch im Topf war, musste nun die Brut übernommen haben, denn nun war sein Maul randvoll. So ging dieses Spiel des Eier- und Larvenwechsels bei einer Fütterung ca. 4-5 mal, eine putzige Angelegenheit. Man muss noch dazu erwähnen, dass vor der Nachtruhe, meist eine Stunde bevor die Beleuchtung ausging, meist das Männchen den Eingang des Blumentopfes mit Quarzsand zuzuschütten versuchte. Morgens war der Eingang zum Blumentopf jedoch vor dem Einschalten des Lichts wieder aufgebuddelt. Das einzige, was von den Welseltern zum Vorschein kam, wenn der Geruch von Futter im Wasser lag, waren die zwei grossen ähnlich wie Fähnchen aussehenden langen Barteln. Das Eier- und Larventauschen setzte sich über 4 Wochen fort. Meine Vermutung, dass dieser Wels grosse Eier legen musste, bestätigt sich an der langen Tragzeit der Eltern und an der Tatsache, dass es sich um 18 ca. 10 mm grosse Jungwelse handelte, deren Larven ich das erste Mal nach 21 Tagen zu Gesicht bekam. Ihr Dottersack war allerdings noch recht groß, so dass an ein Freischwimmen nicht zu denken war. Die Eltern ließen die Larven jedoch ab und zu durch den Blumentopf kreisen, fingen sie jedoch bei jedem Geräusch sofort wieder ein. Einem Maulbrutinstinkt, wie er bei Buntbarschjungen nachzuvollziehen ist, wenn sie bei Gefahr das Maul der Mutter aufsuchen, konnte ich nicht feststellen. Es war vielmehr die Angst der Eltern, die ihre Jungen buchstäblich aufsammelten. Nach 7 Wochen schwammen die kleinen Welse frei im Blumentopf, nach 10 Wochen konnte ich die ersten durch das Aquarium flitzen sehen. Im Gegensatz zu Ihren Eltern schienen Sie mir weniger scheu zu sein. Interessant war hier nur, dass, wenn ich Licht anmachte, sie sich sogar neben am Boden liegende Ancistren legten und Schutz suchten. Sie erschienen mir im frühen Stadium in geringer Grösse recht selbständig. Die Eltern fingen jetzt auch an, sie ab und zu aus dem Blumentopf zu werfen. Der Grund hierfür war, dass das Weibchen wieder Laichansatz hatte. Sie nahm auch während der Maulbrutpflege Nahrung zu sich. Ausserdem drängelte das Männchen.

    Aus dem zweiten Ansatz ist leider nichts entstanden. Entweder waren die Eier, die das Weibchen trug, nicht befruchtet, oder aber durch die noch im Aquarium verbliebenen Jungen war das Weibchen nicht motiviert, weiter zu tragen. Leider musste ich aus Platzmangel, ein Umzug stand an, diese äusserst putzigen Welse verkaufen. Die Nachzuchten habe ich jedoch alle behalten, sie wachsen aber sehr langsam. Nach einem Jahr haben sie es auf gerade mal die Hälfte der Grösse Ihrer Eltern gebracht. Sie sitzen jetzt in einem 300 Liter Aquarium, in dem sich auch ausgewachsene Kaiserbuntbarsche und ein Scianochromis Ahli befinden (13 cm). Erst hatte ich Angst, dass die Welse als Frühstück untergehen, nachdem der S. Ahli einen mal durchs Maul schwimmen ließ. Zu meiner Verwunderung spuckte er ihn jedoch, obwohl er locker durch die Kehle gegangen wäre, sehr schnell wieder aus, und widmete sich der Tagesarbeit, als wenn nichts gewesen wäre. Meine Vermutung ist, dass die Schleimschicht, die ich oben schon einmal erwähnte, schützenden Effekt hat, denn ich beobachtete dieses auch bei den Kaiserbuntbarschen. Es scheint als wenn diese nicht besonders schmeckt, was auch erklärt, dass die relativ kleinen Welse sehr schnell den Blumentopf der Eltern verlassen und das Weite gesucht haben. Die Aufzucht der kleinen Welse stellt, was die Ernährung betrifft, keine grossen Ansprüche an den Halter, nur gegen zu extreme Wasserwechsel scheinen die Welse sehr empfindlich zu sein, weshalb sich ein öfterer aber geringer Wechsel empfiehlt. Nach einem Jahr haben die Welse nun eine Grösse von 6 cm erreicht, aus Erfahrungen mit den o.g. Welsen der Gattung Synodontis ein recht verhaltenes Wachstum, trotz abwechslungsreicher Ernährung.

    Alles in allem lässt sich dieser Wels für eine Vergesellschaftung in einem Tanganjikasee-Aquarium empfehlen. Wie viele andere Welse ist er jedoch aufgrund seiner Scheu nicht als so interessant einzustufen, für den echten Aquarianer allerdings ein sehr interessanter Fisch.

    Sofern Sie die Gelegenheit haben, diesen Wels zu erstehen, und sie Interesse an seinem Verhalten finden, werden Sie von Phyllonemus typus begeistert sein. Das verspreche ich Ihnen.

    Jörg Hauschild
    (1.Vorsitzender)


    © KAQ, 30.07.2000
    Mitglied bei der Bannerwelt
    Mitglied bei der Bannerwelt